Gastkommentar:
Oberbürgermeister im Wandel ?


Nun ist sie verflogen, die Heidelberger Würzner-Euphorie. Mit seinem „alternativlosen“ Stadthallenanbau hat er mit viel Verve die Bürgerschaft tief entzweit und sich selbst eine krachende Niederlage eingefahren. Die teure Pro-Kampagne hat sich für ihre Verursacher trotz medialen Rückenwindes ins Gegenteil gewendet und das knappe Erreichen des Quorums bewirkt. Ein guter Tag für die Demokratie in Heidelberg.
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Rüdi Renz 26.7.2010
Kommentar in der Stadtredaktion:
Stadthalle – jede Sprechblase wird bemüht

Jetzt schreiben sie sich die Finger wund, ein Interview reit sich an das nächste. Die einen sprechen vom „Niedergang“, die anderen von „Verschandelung“.

mehr >>> Norbert Theobald 22. Juli 2010
Wenn sie geschwiegen hätten,
hätten sie weiter als Kulturexperten gelten können, die drei Heidelberger Intendanten. So fragt man sich, worüber man sich mehr wundern soll: Darüber, dass sie den Entwurf zum Stadthallenanbau auf die gleiche Stufe stellen, wie die von ihnen zitierten Bauten herausragender Architektur - oder über ihre Unkenntnis von deren Entstehung und dem städtebaulichen Zusammenhang, in dem sie gebaut wurden.
Zum Letzeren haben die Bürger für Heidelberg das Nötige gesagt.
Arnulf Weiler-Lorentz 16.7.2010
Kommentar von Volker Hurrle (RNF) zur Stadthallenerweiterung:
"Heidelberg hat mehr verdient als einen weiteren Zweckbau in der Altstadt."
video 13.3.2010
Global denken
Die Maßgabe von Nachhaltigkeit könnte auf Heidelberger (Altstadt-)Verhältnisse heruntergebrochen lauten: Das große Ganze ins Auge fassen, ein nachhaltiges Gesamtkonzept für die Stadt erarbeiten, im Einzelnen umsetzen.
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Regina Erbel-Zappe 19.1.2010
Die Stadt sollte die Finger von Öffentlich-Privaten-Partnerschafts (ÖPP)-Modellen lassen
Die Rechnungshöfe haben wiederholt die Gesamtwirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit des PPP-Wesens in Frage gestellt, vor kurzem auch der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages.
mehr >>> Ursula Prandhoff 19.12.2009 - Bericht SP/AA
Sieben Thesen zu Architektur und Städtebau

Es ist nicht regelhaft gute Architektur oder guter Städtebau, was Architekten oder Städtebauer dafür halten.

mehr >>> Arnulf Weiler-Lorentz 24.11.2009 - Kommentar zu "Wie in Heidelberg Architektur entsteht" (H.Dannenberg)


Klartext zur Tunnel-Finanzierung

Wer den Tunnel will, kann sich nicht nur die Straßenbahnlinie ins Neuenheimer Feld abschminken, sondern auch verschiedene andere Projekte im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs und des Straßen- und Fahrradwegebaus.

mehr >>> Arnulf Weiler-Lorentz 24.11.2009 - Zitat der RNZ unter "Berichte"


Kein neues Kongresszentrum an der Stadthalle

Es war vorauszusehen und die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs zeigen es ganz deutlich: Das beschlossene Raumprogramm für ein Kongresszentrum ist an dieser Stelle in der Altstadt nicht realisierbar.


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Hilde Stolz 20.11.2009
Probleme der Altstadt:
Rad braucht nicht neu erfunden werden


Vorstellungen zu Lösungsansätzen für die Probleme in der Altstadt gibt es zahlreiche. Dieses Rad muss aber am neuen „Runden Tisch“ nicht neu erfunden werden. Es würde ein Blick auf die Ergebnisse des ersten Runden Tisches „Lärm in der Altstadt“ von 2003 genügen.

mehr >>> Regina Erbel-Zappe 10.11.2009

Gastbeitrag

Zauberei in Sachen Verkehr in der Altstadt

Dass der Anwohner- und Anlieferverkehr der nördlichen Altstadt die B37 nutzt, ist real. Dass dieser Verkehr angesichts der intensiveren Nutzung und Vermarktung der Altstadt durch die Neckaruferpromenade abnimmt, ist Zauberei. Und Zauberei ist irreal.

mehr >>> Dieter Strommenger 20.10.2009

Der OB und die Altstadt

Wie Hohn muss sich die Ankündigung des OB bei den Altstädtern ausnehmen, die Stadt werde noch konsequenter gegen Vandalismus und Lärm in der Altstadt vorgehen.

mehr >>> Arnulf Weiler-Lorentz 13.10.2009


Wie man die Altstadt auf Raten zerstört

Die Zahl der Gaststätten in der Altstadt nimmt ständig zu. Sechs neue Kneipen sind allein in Unteren Straße beantragt. Über 200 gibt zurzeit in der Altstadt. Dies macht das Wohnen in der Altstadt zum Teil kaum noch erträglich. Die Anwohner klagen über nächtlichen Lärm, der sie kaum zur Ruhe kommen lässt.

mehr >>> Arnulf Weiler-Lorentz 11.8.2009


Gastbeitrag

Liewer Barack Obama, liewer Mister Brässident,
Sie hawwe jo grad en Haufe Aaweit: Den Umzug ausm Irak, des Hi un Her mit dem Gwandanamo, den Ärger mit denne raffgierische Bänker, ä gscheidi Krankeversischerung solle Sie higrieje und so newebei a noch den Glima-Wandl uff'd Reih bringe – sescht unser Angela. Und grad deswege schreiw isch Ihne! ...

mehr >>> Ihr Fän vum Negger 24.7.2009


Aktionismus statt sorgfältige Planung städtischer Projekte

Zu viele Projekte, keine Prioritäten, unzureichende Entscheidungsgrundlagen, dies charakterisiert derzeit die städtischen Planungen. Die Theatersanierung kostet plötzlich 50 Mill. statt 35 Mill., weil die Kostenschätzung und die Auswahl der Variante in einer zu frühen Planungsphase erfolgte. Die Entwicklungsgesellschaft Heidelberg (EGH) sollte die Stadt von finanziellen Risiken bei der Bebauung der Bahnstadt entlasten. Unter Zeitdruck ist ein Vertrag mit der EGH abgeschlossen worden, der sämtliche Risiken bei der Stadt beläßt. Für ein neues Kongreßzentrum wurde eine Standortentscheidung gefällt, ohne daß eine tragfähige Bedarfs- und Standortanalyse vorlag. Der Neckarufertunnel wird ein weiteres Mal geplant, obwohl dieses Projekt beim Land als Zuschußgeber überhaupt nicht angemeldet ist.

Das ist Aktionismus, den der Oberbürgermeisters vor allem für Projekte seiner Wahlkampfagenda betreibt. Die Kosten dafür belaufen auf zwei- bis dreistellige Millionenbeträge. Eine Diskussion darüber, wie diese Projekte neben den dringenden großen Aufgaben der Stadt finanziert werden können, wird nicht geführt. Dabei erfordern alleine die anstehende Schulsanierung 150 Mill., die Straßenbahnlinie ins Neuenheimer Feld und in die Altstadt 50 Mill., davon 12,5 Mill. aus dem Haushalt der Stadt. Wie formulierte FDP-Stadträtin Dr. Annette Trabold im Stadtblatt: Eine Prioritätendebatte ist dringend erforderlich.

Arnulf Weiler-Lorentz 5.5.2008


B90/Die Grünen: Der private Investor wirds im Emmertsgrund richten

Was der grüne Vorstand gegen das Bürgergegehren vorbringt - und für den Verkauf der mietpreisgebundenen Wohnungen im Emmertsgrund - , ist nur ärgerlich: Der erhebliche Sanierungsbedarf im Emmertsgrund müsse finanziert werden. Vor allem müsse in ein gutes Quartiersmanagement sowie in die soziale und kulturelle Infrastruktur investiert werden. - Als ob von einem privaten Investor erwartet werden dürfte, daß er all diese Aufgaben altruistisch erledigt. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, daß ein privater Investor Gewinne aus seinen Immobilien schöpfen will. Daß er kulturelle und soziale Projekte von beträchtlicher Dimension finanziert, erscheint in einer neoliberalen Wirtschaftslandschaft völlig abwegig.

Arnulf Weiler-Lorentz 10.3.2008


In memoriam OB Zundel

Mit gemischten Gefühlen denke ich an die Amtszeit von OB Zundel zurück. Fraglos war er ein Oberbürgermeister, der die Stadtverwaltung straff organisiert hat. Finanziell hat er die Stadt aus einer erheblichen Verschuldung herausgeführt und damit die Möglichkeit für gestaltende Politik in der Stadt geschaffen. In der Sozialpolitik war er ein Sozialdemokrat alter Schule.

Andererseit stand OB Zundel für Flächensanierung in der Altstadt, für eine autogrechte Verkehrspolitik in der Stadt. Umweltpolitik war ihm ein unbekanntes Wort. Von einem demokratischen Umgang mit der Opposition im Gemeinderat und kritischen Bürgern konnte nicht die Rede sein. Dies hat zu Opposition innerhalb der SPD und FDP geführt, die sich allerdings überwiegend "außerparlamentarisch" artikuliert hat. Erst die wachsende grün-altermative Bewegung war es, die erdrückende Mehrheit für seine Politik im Gemeinderat verändert und für eine offenere Diskussion und andere Inhalte gesorgt hat.

Arnulf Weiler-Lorentz 24.1.2008


Bebauungsplan Bahnhofstraße/Kurfürsten-Anlage

Der Umgang von Vertretern von CDU, SPD, GAL, Heidelbergern und FWV mit den Bürgern der Weststadt bei der Diskussion über den Bebauungsplan Bahnhofstraße/Kurfürsten-Anlage ist ärgerlich. Die Stadträte gehen in keiner Weise inhaltlich auf die von Bürgern vorgetragenen Argumente ein, sondern werfen den Bürgern lediglich vor, sie hätten sich früher um die Planung kümmern müssen. Jetzt sei nichts mehr zu ändern. Dies ist natürlich nicht richtig. Der Gemeinderat ist Herr des Verfahrens. Ein Bebauungsplan für diesen Bereich kann so beschlossen werden, wie er vorliegt. Der Gemeinderat kann aber auch einen Bebauungsplan beschließen, der keine weitere Verdichtung zulässt, die Gebäudehöhe so festschreibt, wie sie auf der südlichen Seite der Bahnhofstraße besteht, die Straße in ihrer Breite belässt, die bestehenden Bäume erhält und eine bürgerfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raumes vorsieht.

Arnulf Weiler-Lorentz 24.1.2008


Kommerz statt Weltkulturerbe

Ich habe vor mehr als zehn Jahren im Heidelberger Gemeinderat den Antrag gestellt, die Stadt möge für die Altstadt den Status "Weltkulturerbe" beantragen. Damals war die Phase der Altstadtzerstörung durch die Stadt und die Universität Geschichte (Weinbrenner-Bau, Parkhaus Kornmarkt, Universitätsgebäude Grabengasse/ Sandgasse, Plöck 48/50, Darmstädter Hof u.a.) . Es war eine Gesamtanlagenschutzsatzung für die Altstadt beschlossen worden. Heidelberg schien willens sein historisches Erbe zu bewahren. Heute schlägt OB Würzner Würzner ein Einkaufszentrum mit 20.000 m2 Fläche in der Theaterstraße vor und findet im Vorfeld der Entscheidung des Welterbekomitees: "Wir brauchen den Titel eigentlich nicht", er könne teuer zu stehen kommen. Der erste Bürgermeister Raban von der Malsburg formuliert, mehr als die drei Millionen Besucher würden auch mit dem Titel nicht nach Heidelberg kommen. Wenn man die Funktion des kulturellen Erbes "Altstadt" auf die Vermarktung der Altstadt reduziert, dann hat sie die Auszeichnung nicht verdient.

Arnulf Weiler-Lorentz 1.7.2007 -
UNESCO-Welterbeliste: Entäuschung über Ablehnung


Nachverdichtung Lösung für kostengünstiges Wohnen?

Natürlich versteht jeder, daß Architekten bauen wollen. Aber jetzt Nachverdichtung zur Lösung für kostengünstiges Wohnen in Heidelberg zu erklären? Das kann nur funktionieren, wenn solange nachverdichtet wird, bis Heidelberg so viel von seiner Schönheit eingebüßt hat, daß es nicht mehr die liebenswerte Stadt ist, in der die meisten, die hier arbeiten auch wohnen wollen. Und hier arbeiten mehr als doppelt so viele Menschen, wie hier Berufstätige wohnen (97.000 vs. 37.700). Dies ist ein von der Stadt selbstgeschaffenes Problem, zu dem insbesondere der erhebliche Ausbau der Universität von 1960 bis 1990 geführt hat. Abhilfe kann hier mittelfristig nur ein Freiwerden der amerikanischen Siedlungen (5.000 Personen), langfristig eine Bebauung der Bahnstadt (5-6.000 Personen) bringen. Nachverdichtung findet ganz vorwiegend nicht dort statt, wo kostengünstige Wohnungen entstehen, sondern dort, wo die neuen Immobilien besonders gewinnbringend verkauft werden können. Die Gebäude und Siedlungstrukturen , die Heidelbergs Geschichte und Schönheit ausmachen, durch Abriß und massive Nachverdichtung zerstören zu wollen, sollte man Architekten eigentlich nicht zutrauen.

Arnulf Weiler-Lorentz 1.6.2007